
Minerale sind unterschiedlich hart, abhĂ€ngig von ihrer Zusammensetzung und dementsprechend auch von ihrer Kristallstruktur und Bindungsart. Besonders Minerale mit einer sehr regelmĂ€Ăigen Struktur und kovalenten Bindungen zeigen eine hohe HĂ€rte (z.B. Korund). Zur Quantifizierung der HĂ€rte eines Minerals wird in den Geowissenschaften meist die 1812 von Friedrich Mohs (1773â1839) entwickelte MohsÂŽsche HĂ€rteskala verwendet. Mohs fand raus, das hĂ€rtere Stoffe weichere Stoffe ritzen. Er ordnete ausgehend von dieser Ăberlegung 10 Minerale in einer Ordinalskala an.

Zur Bestimmung der MohshĂ€rte einer unbekannten Probe nimmt man ein Mineral mit bekannter HĂ€rte zur Hand (z.B. Quarz) und testet, ob sich die Probe ritzen lĂ€sst. Ist dies der Fall (wie im Bild), weiĂ man, dass es sich um ein Mineral geringerer HĂ€rte als 7 handeln muss. LĂ€sst sich die Probe nicht ritzen, muss Sie hĂ€rter als 7 sein. Danach arbeitet man sich entweder stufenweise runter oder hoch, bis sich die Probe ritzen oder nicht mehr ritzen lĂ€sst. Im GelĂ€nde kann man auch mit Fingernagel, Messer und Glas arbeiten. Aufgrund der unterschiedlichen Glas- und Stahlsorten sinkt die Genauigkeit dabei natĂŒrlich.

Das hier gezeigte Mineral konnte durch ein anderes Mineral oder
ein Hilfsmittel eindeutig geritzt werden und ist daher weicher als das verwendete PrĂŒfmaterial
Bei der MohshĂ€rte-Bestimmung mĂŒssen auĂerdem noch ein paar Sachen beachtet werden. Es ist meist notwendig die geritzte Stelle nach der DurchfĂŒhrung abzuwaschen und/oder unter einer Lupe zu betrachten, um zu erkennen ob wirklich die Probe geritzt oder nur das Test-Mineral PulverrĂŒckstĂ€nde hinterlassen hat. Auch sollte klar sein, dass sich gleichharte Minerale meist nicht ritzen. Desweiteren ist es so, dass viele Minerale eine mal mehr oder weniger ausgeprĂ€gte Anisotropie (RichtungsabhĂ€ngigkeit der Eigenschaften) aufweisen. Dies bedeutet, dass sich die HĂ€rte eines Minerals oft nach der Richtung in der geritzt wird, unterscheidet. Kyanit hat beispielsweise in LĂ€ngsrichtung eine HĂ€rte von 4,5 - 5 und quer eine von 6,5 - 7. Wie wir auĂerdem sehen, kann die MohshĂ€rte von bestimmten Mineralen auch mal gerne um 0,5 - 1 variieren.
Um genauere Ergebnisse in der HĂ€rteprĂŒfung zu bekommen, kann ein RitzprĂŒfgerĂ€t (Sklerometer) eingesetzt werden. Dieses GerĂ€t, aus der Werkstoffkunde, misst die HĂ€rte durch eine mit Gewicht belastete Diamantspitze. Das Auflagegewicht, bei dem das Mineral gerade noch geritzt wird, entspricht der HĂ€rte des Minerals.